Tipps für das Zugfahren in Indien

Das Zugfahren in Indien kann ein riesiges Abenteuer, spannend und interessant werden. Auf der anderen Seite kann es auch sehr stressig und anstrengend werden. So oder so ist es eine tolle Erfahrung und jeder Indienreisende sollte zumindest einmal auf seiner Tour eine längere Fahrt in der normalen Sleeper-Klasse mitmachen. Man befindet sich dort mitten im Leben der Inder und sitzt zwischen Familien, College Gruppen etc. Es bringt super viel Spaß sich das ganze Treiben anzuschauen und ein Teil davon zu werden. 

Zuege_Indien

 

 Gespräche entwickeln sich sehr schnell und manchmal wird man sogar von einer Familie zum Essen eingeladen, da viele Inder sich meistens selber von zuhause versorgen und in Aluschüsseln Reis, Currys usw. mitbringen.

Da Züge sehr häufig ausgebucht sind, gibt es ein Touristen Kontingent (Tourist Quota), das ausschließlich für ausländische Touristen vorbehalten ist. Wie ihr an diese Tickets kommt erfahrt ihr auch in diesem Artikel.

Dieser Artikel soll euch dabei helfen einen Durchblick in dem Dschungel der Indian Railways zu bekommen. Das ganze Prozedere sieht komplizierter aus als es eigentlich ist, wenn man weiß wie es funktioniert. Ich bin von der AC First Class bis zur Second Sitting alle Zugklassen, bis auf AC 3Tier, schon gefahren. Diese Erfahrungen werde ich hier mit euch teilen.

Damit es ein bisschen übersichtlicher bleibt, habe ich den Artikel in verschiedene Bereiche aufgeteilt:

1. Ticketkauf 
Hier erkläre ich euch wie ihr die Zug-Tickets kaufen könnt. Es gibt die Möglichkeit die Tickets online, direkt am Bahnhof oder über eine Travel-Agency zu kaufen.

2. Verschiedene Klassen
Es gibt in indischen Zügen 7 verschiedene Klassen.

3. Tipps für die Fahrt
Hier gibt es noch ein paar allgemeine Tipps für eine entspannte Zugfahrt

4. Alternativen zum Zugfahren
Es gibt auch noch ein paar alternative Fortbewegungsmittel auf die ich kurz eingehe

 

1. Ticketkauf

Es gibt 3 Möglichkeiten um Zugtickets für Indien zu kaufen. Ihr könnt die Tickets entweder online z.B. über Cleartrip kaufen, an einem Bahnhof direkt am Schalter oder in einer der unzähligen Travel-Agencys. Auf diese 3 Varianten werde ich hier eingehen und euch sagen, was ihr dafür wissen müsst.

Ich habe die online Variante so oft es geht bevorzugt. Leider geht dies nicht immer, weil die Züge häufig ausgebucht sind und es dann nur eine Warteliste gibt. Dann blieb mir nichts anderes übrig als die anderen beiden Varianten zu nutzen. Am besten setzt du dich mit diesem Thema schon vor deiner Abreise auseinander, damit du während der Reise dafür keine Zeit verschwenden musst. Auf einer längeren Reise ist es kein Problem, aber wenn du nur 3-4 Wochen in Indien bist, kann es gut nervig werden, wenn du dich erst vor Ort mit dem Thema beschäftigst.

In Indien haben die Tickets unterschiedliche Status, mit dem ihr hauptsächlich bei der Online-Buchung konfrontiert werdet, aber es kann nicht schaden, sie zu kennen.

1. WL – Waitlist – Das Ticket steht noch auf der Warteliste
2. RAC - Reservation against Cancellation – Du hast zwar noch keinen festen Platz, aber du darfst auf jeden Fall mitfahren
3. Confirmed – Deine Ticket Bestellung ist bestätigt und du hast einen reservierten Platz im Zug

 

Online Buchung via Cleartrip.com

Die einfachste Art ein Ticket zu kaufen ist über Cleartrip, allerdings müsst ihr euch da vorab registrieren und dabei gilt es ein paar Punkte zu beachten, wenn ihr noch keine indische Telefonnummer habt. Mit der nachstehenden Schritt-für-Schritt-Anleitung ist es allerdings kein Problem und es sieht komplizierter aus als es ist:

1. http://cleartrip.com öffnen
2. Dann oben recht auf Register klicken und euch erstmal einen Account bei Cleartrip erstellen
3. Nun auf das Zugsymbol klicken
4. Nun müsst ihr einen beliebigen Zug suchen. Dabei ist es komplett egal was für einer das ist
5. Es werden euch jetzt einige Züge aufgelistet und dort klickt ihr auf „check availability“
6. Nun werdet ihr aufgefordert euren IRCTC Namen einzugeben, da ihr den noch nicht habt, müsst ihr auf der rechten Seite bei Indian non-Residents auf „click here“ klicken
7. Nun tragt ihr alle eure Daten ein, außer bei der Postleitzahl und Telefonnr. Bei der Postleitzahl müsst ihr eine beliebige 6-stellige Zahl eintragen und bei der Telefonnr. eine 10-stellige Zahl, die aber mit einer 9 beginnen muss
8. Nach Abschluss der Registrierung müsst ihr eine kurze Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schreiben, dass ihr euch gerne registrieren wollt, aber keine indische Nr. habt. Ganz wichtig ist, dass ihr von der Email Adresse schreibt mit der ihr euch registriert habt, euren Benutzernamen nennt und eine Kopie eures Reisepasses mit anhängt.
9. In der Zwischenzeit habt ihr auch schon eine Mail mit einem Aktivierungscode bekommen. Diese Mail könnt ihr noch ignorieren und aufbewahren. Die Mail kann ein bisschen verzögert ankommen.
10. Spätestens nach 2-3 Tagen erhaltet ihr eine weitere Mail mit eurem Aktivierungscode, den ihr normalerweise per SMS bekommen hättet
11. Nun könnt ihr die Mail aufrufen die ihr ein paar Tage zuvor erhalten habt und dort auf den Link klicken. 
12. Jetzt einfach noch euren Aktivierungscode eingeben und schon seid ihr fertig

Vorteile:
- Buchung schon von zuhause und weit im Voraus möglich
- Stornierung der Züge bei voller Kostenerstattung
- Kein Papierkram, da die App auch Offline nutzbar ist und ihr damit ein E-Ticket besitzt
- Die Möglichkeit sich auf die Waitlist zu setzen, was etwas bringen kann, wenn sie noch nicht zu lang ist.

Nachteile:
- Kein Buchen der Tourist Quota möglich
- Es können nur 6 Buchungen pro Monat erfolgen

Bahnhof_Indien

Wenn ihr nur 3-4 Wochen in Indien seid und genau wisst wann ihr wo sein möchtet, dann empfehle ich euch unbedingt über diesen Weg - soweit im Voraus wie möglich - eure Zugtickets zu buchen. Ihr könnt sie bei einer Planänderung immer noch stornieren und einfach Tickets für verschiedene Tage buchen. Die Tickets können bis zu 4 Monate im Voraus gebucht werden. Wenn ihr Pech habt, bekommt ihr über diesen Weg schon einen Monat im Voraus keine Tickets mehr und müsst euch auf die Warteliste eintragen. Diese Erfahrung musste ich leider auch nicht nur einmal machen. Dies ist aber auch von Strecken und Reisezeit abhängig. Manchmal habe ich Tickets noch 2 Tage vorher online kaufen können und manchmal waren die schon seit über einen Monat ausverkauft. Macht euch auf jeden Fall vorher schlau, das kann nicht schaden.

 

 

Ticketkauf direkt am Bahnhof

Der Ticketkauf kann am Bahnhof von super stressig bis ganz easy verlaufen. Es kommt immer ein bisschen auf den Bahnhof an und wie groß dieser ist.

Ich würde empfehlen im Vorfeld über Cleartrip schon mal einen Zug und eine eventuelle Alternative rauszusuchen und den Zug inkl. Zug Nr. auf einen Zettel notieren. Das erleichtert die Kommunikation am Schalter, da es dort häufig sehr laut ist und die Mitarbeiter auch nicht immer das perfekte Englisch sprechen.

Die Bahnhöfe in den großen Städten haben ein Tourist-Office, wo Tickets für das Touristen-Kontingent gekauft werden können. Hier gibt es eine ganz nette Übersicht. Trotz alledem ist das Tourist-Office nicht immer einfach zu finden. Es gab Bahnhöfe, da hab ich das einfach nicht gefunden und mir normale Tickets geholt.

In dem Tourist-Office ist es ganz leicht sich ein Ticket zu kaufen. Einfach Reisepass mitnehmen und sagen wo man hin möchte. Wenn es noch frei Plätze gibt, dann bekommt ihr auch direkt euer Ticket.

Ein ganz nützlicher Link ist noch dieser hier. Dort könnt ihr sehen, ob es überhaupt Tourist-Quota für euren Zug gibt.

Wenn es keinen Tourist-Office gibt oder ihr es nicht findet, müsst ihr euch an dem ganz normalen Schalter anstellen. Mit ein bisschen rumfragen findet ihr auch schnell den richtigen Schalter.

Am Schalter läuft das nicht ganz so easy wie hier in Deutschland. Ihr stellt euch erstmal an und fragt ob es für die gewünschte Strecke bzw. den gewünschten Zug noch Tickets gibt. Wenn es Tickets gibt, dann erhaltet ihr ein Formular wo der Mitarbeiter meistens schon die Zugnr. einträgt. Dieses Formular einfach ausfüllen und nochmal anstellen und das Zugticket kaufen. Achtet beim Erhalt des Zugtickets darauf, dass es der richtige Zug, die gewünschte Klasse und das Ticket „confirmed“ ist. Am Schalter werden in der Regel keine Probleme auftreten, aber um bösen Überraschungen vorzubeugen ist es besser, direkt vor Ort nochmal alles zu überprüfen.

Vorteil:
- Wenn Züge ausgebucht sind, können an einigen Bahnhöfen Tourist-Quota-Tickets gekauft werden
- Keinen Extra Buchungszuschlag

Nachteil:
- Kann sehr stressig werden
- Soweit ich weiß, gibt keine Möglichkeit sich auf die Waitlist setzen zu lassen

Indischer_Zug

 

Travel Agencys

Die Travel Agency (TA) waren für mich immer die letzte Option, da diese auch am teuersten sind und ihr am ehesten übern Tisch gezogen werdet. Wenn ihr aber wisst, worauf ihr achten müsst und euch der Preis egal ist, dann ist es der entspannteste Weg ein Zug-Ticket zu kaufen.

In den TA‘s zahlt ihr für euer Ticket am meisten, da die TA’s immer noch einen ordentlichen Aufschlag verlangen. Dieser Aufschlag geht von fair bis super hoher Wucher. Hier gilt es aufzupassen und am besten vorher schon über den Preis informieren. Manchmal steht der Monitor auch so, dass ihr genau verfolgen könnt, was dort gebucht wird. Da würde ich empfehlen immer mal mit drauf zu schauen um zu sehen, was es wirklich kostet.

Häufig ist auch eine TA die letzte Möglichkeit ein Ticket zu bekommen, da die Tickets für beliebte Zugfahrten im Vorfeld schon von den TA‘s reserviert werden und dann könnt ihr in der TA noch ein Zugticket bekommen, auch wenn der Zug eigentlich schon komplett ausgebucht ist.

Einige TA’s haben auch die Möglichkeit auf die Tourist-Quota zuzugreifen, aber das sind nach meinen Erfahrungen eher die wenigsten.

Worauf ihr aber unbedingt achten müsst, dass ihr „confirmed“ Tickets bekommt und welche Klasse auf dem Ticket steht. Hier habe ich von einigen Leuten gehört, dass sie am Ende eine ganz andere Klasse hatten oder ein Waitlist-Ticket bekommen haben. Das letztere wäre ganz bitter, da wenn ihr nicht auf „confirmed“ rutscht ein wertloses Zugticket habt.

Vorteil:
- Es gibt häufig auch noch Tickets, wenn der Zug eigentlich ausgebucht ist
- Nicht so stressig wie am Bahnhofschalter
- Ihr müsst euch eigentlich um nichts kümmern, außer eure gewünschte Fahrtstrecke nennen

Nachteil:
- Teilweise sehr teuer
- Nicht immer seriös

 

2. Klassen in den Zügen

In den indischen Zügen gibt es sehr viele unterschiedliche Klassen, aber nicht jeder Zug hat auch alle Klassen.

Ich bin schon in allen Klassen gefahren, außer der AC 3 Tier. Am häufigsten bin ich in der Sleeper Klasse gefahren und nur bei Strecken die länger als 24 Std. dauern würde ich auf AC 2 Tier ausweichen, da es doch um einiges komfortabler ist.

Leider habe ich nicht in allen Klassen Fotos gemacht und kann deshalb einige nur beschreiben. Wenn ihr Fotos habt, die ihr mir zur Verfügung stellen würdet, dann schreibt mich gerne an.

In den Sleeper-Klassen kann das untere Bett als Sitzplatz für alle Mitfahrer des Abteils umgebaut werden.

 

AC First Class (1a)

Diese Klasse ist die komfortabelste und natürlich auch die teuerste. In einem Abteil sind 2x2 Betten inkl. Bettzeug. Die Betten sind sehr gemütlich und es gab Bettwäsche. Jedes Bett hat eine eigene Steckdose und Leselampe. Das Abteil kann von innen abgeschlossen werden. Wir wurden sogar vom Schaffner geweckt als wir aussteigen mussten. Ich muss schon sagen, dass es ein sehr entspanntes Reisen in der 1. Klasse war, aber für mich auf Dauer zu teuer gewesen.

AC_First_Class_Indien

 

AC 2 Tier (2a)

Mit dieser Klasse bin ich auch nur einmal gefahren. Die 28 Std. Fahrt ging hier sehr schnell vorbei und es war auch echt komfortabel. Die zweite Klasse ist eigentlich fast wie die erste, allerdings kann das Abteil nicht geschlossen werden. Es gibt aber für das Abteil einen Vorhang den man zuziehen kann, damit man ein bisschen mehr Privatsphäre und Ruhe hat. Auch hier sind 2x2 Betten und im Gang gibt es nochmal 2 Betten übereinander. Wenn ich mich richtig erinnere gab es hier auch ein Wolldecke, Bettlacken und Kopfkissen. Jedes Bett verfügt über eine Leselampe und für das gesamte Abteil gibt es eine Steckdose.

Für sehr lange Fahrten ist die zweite Klasse eine gute Option. Sie kostet meist auch nur die Hälfte von der ersten Klasse.

AC2TierAC2Tier

AC 3 Tier (3a)

Über diese Klasse kann ich jetzt nicht so viel sagen, da ich hiermit nicht gefahren bin. Es gibt in einem Abteil 2x3 Betten und im Gang nochmal 2 Betten übereinander. Bettwäsche wird hier auch gestellt, allerdings gibt es hier keinen Vorhang für das Abteil. Auch hier gibt es eine Steckdose für das gesamte Abteil.

Durch die höhere Anzahl an Betten ist es hier natürlich voller und nicht mehr ganz so ruhig wie in den ersten beiden Klassen. Für eine lange Zugfahrt ist es aber auch eine gute Alternative zur normalen Sleeper Class.

reservation

 

Sleeper Class (SL)

Mit der Sleeper Class bin ich am häufigsten gefahren, da es das günstigste Schlafabteil ist und man sich hier mitten im Leben der Inder befindet. Ich hatte hier echt nette und schöne Begegnungen. Es hat auch einfach Spaß gebracht oben aufm Bett zu sitzen und sich das ganze Treiben anzuschauen. Die Sleeper Class finde ich die authentischste Reisemöglichkeit in Indien.
Hier gibt es keine Klimaanlage, aber dafür sind 3 Ventilatoren an der Decke und die Fenster lassen sich öffnen. Durch den Fahrtwind und die Ventilatoren ließ es sich auf jeden Fall gut aushalten.

Sleeper_class_IndienSleeper_class_IndienSleeper_class_Indien

Hier sind wie in der dritten Klasse 2x3 Betten und im Gang nochmal 2 Betten. Es wird kein Bettzeug gestellt.

In den Sleeper Class Wagons ist es häufig laut und hektisch, wobei es in der Nacht eigentlich immer geht. Wer einen leichten Schlaf hat, sollte sich Ohrstöpsel mitnehmen. Ein Tuch kann hier auch absolut nicht schaden, dass kannst du dir dann auch mal über die Augen binden oder auch vor die Nase, falls das Klo zu doll stinkt und es bis ins Abteil zieht. Das mit dem Klo hatte ich nur auf einer Fahrt, also keine Angst. Es ist aber gut für so einen Fall gewappnet zu sein. Ich kann euch sowas hier empfehlen. Dies ist vielseitig anwendbar und echt praktisch.

Sleeper_Class_IndienSleeper_Class_Indien

Die erste Fahrt wird euch sehr abenteuerlich vorkommen, aber ihr braucht keine Angst haben. Eigentlich läuft alles ganz entspannt ab und die Inder sind auch sehr hilfsbereit. Jeder Indienreisende sollte zumindest einmal hier mit fahren, da man sonst was verpasst!



AC Chair Car (CC)

Ich bin einmal mit einem Zug gefahren, da gab es nur diese Klasse. Eigentlich war es für eine Kurzstrecke (4-6 std.) ganz angenehm. Ich bin ziemlich früh morgens damit gefahren und konnte ganz gut noch eine Runde schlafen. Der Backpack passt in die Gepäckablage über den Sitzen und die Sitze erinnern so ein bisschen an ein Flugzeug. Bei mir im Zug waren links und rechts jeweils 3 Sitze.

 

Second Sitting (2S)
Dies ist die unterste und vollste Klasse. Ich hab mich so ein bisschen von meiner Sitzplatzreservierung blenden lassen und dachte das wird wie die Sleeperclass, aber halt nur Sitze. Es war dann aber anders, weil ich nicht aufm Zettel hatte, dass jeder der ein Zugticket hat, mit dieser Klasse fahren kann und man dafür keine Sitzplatzreservierung benötigt. Dementsprechend voll war es.

In jeder Reihe sind 2 Bänke für jeweils 3 Personen, aber es kann auch vorkommen, dass da mal 4 oder 5 Sitzen. In den Gängen stehen, sitzen und quetschen sich dann auch noch Leute. Also keine Chance um zu den Toiletten durchzukommen. Wenn du denkst der Zug ist schon voll, dann wirst du an jeder weiteren Station eines besseren belehrt. Euren Backpack könnt ihr aber sicher über den Sitzen verstauen, dort ist genug Platz.

Also 2-3 Stunden kann man das mal machen, aber ich saß 8 Stunden da drin und das war eine Erfahrung, die ich nicht nochmal brauche.

 

Hier gibt es nützliche Tipps was auf einer Indienreise in deinem Rucksack nicht fehlen darf.

 

3. Tipps für die Fahrt

Platzwahl

In den Sleeper-Abteilen empfehle ich euch immer das obere Bett zu nehmen. Der Grund ist, dass du da immer deine Ruhe hast und dich ausstrecken kannst, wann du möchtest. Tagsüber ist das untere Bett die Sitzplätze für alle anderen im Abteil, also auch du kannst dich tagsüber nach unten setzen, hast aber noch die Option wieder nach oben zu gehen und dich hinzulegen. Das mittlere Bett ist tagsüber immer runtergeklappt und wird dann als Rücklehne für die Sitzplätze benutzt.

Meistens bekommst du auch noch Tickets für die oberen Betten, da die Inder immer lieber die unteren Plätze nehmen. Die meisten Traveler wollen oben und die Inder unten, das ergänzt sich ganz gut.

Bei Fahrten die ihr Tagsüber macht und nur ein paar Stunden gehen würde ich Side Lower empfehlen. Da könnt ihr schön die Aussicht genießen und meistens auch das Bett ausklappen und euch lang machen.

Side_Lower_Sleeper_class

 

Verpflegung

Ihr braucht eigentlich nichts mitnehmen. Es laufen immer wieder Verkäufer durch den Zug, die Chips, Kekse, Softdrinks, Wasser, Chai und warmes Essen verkaufen.
Ich habe mich aber trotzdem schon vor der Fahrt mit ein paar Sachen ausgestattet.
An einigen Bahnhöfen hält der Zug auch mal 10 Min. und wenn ihr zu zweit seid, kann locker einer mal rauslaufen und am Bahnsteig was kaufen. Alleine hab ich das eher ungern gemacht, weil ich meine Sachen nicht unbeaufsichtigt lassen wollte.

 

Rauchen
Für die Raucher unter euch, ihr müsst euch keine Gedanken machen. Einfach an die offene Tür stellen und während der Fahrt gemütlich eine Rauchen. Die Inder machen das auch immer und ich hatte noch nie Probleme dabei gehabt. Auf den Bahnsteigen ist Rauchen verboten, habe es aber manchmal trotzdem gemacht, wenn der Zug länger hielt. Im schlimmsten Fall müsst ihr 200 Rupien Strafe zahlen, aber mir ist das nie passiert.

Indien_Zug

 

Gepäck

Am besten kaufst ihr euch vor der Reise ein Schloß, wie diese hier.

Dann könnt ihr eure Backpacks einfach untern Sitz bzw. Bett legen und dann anschließen. Meinen Daypack habe ich immer als Kopfkissen genommen, da dort meine wichtigsten Sachen drin waren und ich den nicht aus den Augen gelassen habe. Ich habe kein Schloß dabei gehabt und hatte immer beide Rucksäcke am Kopfende liegen, aber ich bin auch nicht so groß und hatte noch genug Platz. Beide Rucksäcke habe ich mit einem Band zusammengebunden und das Band auch nochmal ans Gitter gebunden. So habe ich mich ein bisschen sicherer Gefühlt, wenn ich mal Rauchen oder auf Klo war, weil dann niemand im Vorbeigehen mal schnell den Rucksack mitnehmen kann.

 

Train Live Status
Die Anfangs erwähnte App Cleartrip ist auch praktisch wenn ihr darüber kein Zugticket kauft. Ihr könnt eure Zugnummer dort eingeben und dann wird euch angezeigt wo sich der Zug gerade befindet und ob er vielleicht Verspätung hat.

Zum einen könnt ihr schauen wie lange ihr am Bahnhof noch warten müsst bis der Zug kommt oder ob ihr einfach später zum Bahnhof losgehen könnt.

Sehr praktisch ist es auch bei einer Nachtfahrt, wenn ihr morgens aufwacht. Da ihr ja geschlafen habt, wisst ihr nicht ob es unterwegs zu Verspätungen gekommen ist und noch beruhigt eine Runde weiterschlafen könnt. Verspätungen sind in Indien fast immer der Fall.

Wenn ihr keine indische SIM Karte habt, dann schreibt euch vorher einfach die anzeigten Bahnhöfe und geplante Ankünfte ab. Dann müsst ihr wenn ihr aufwacht nur bis zum nächsten Bahnhof warten und die Ankunftszeit mit euren Notizen abgleichen.

Alternativ könnt ihr auch zwischendurch mal bei Google Maps reinschauen, wenn ihr euch das Kartenmaterial vorher runtergeladen habt.

Ich fand das immer ganz hilfreich, wenn ich morgens aufgewacht bin, zu wissen, ob der Zug wie geplant nur noch 2 Std. fährt oder durch die fast immer auftretenden Verspätungen noch 5 Std. braucht.

 

Toiletten
Die Toiletten sind in den Zügen nicht immer sehr angenehm. Es gibt zwar auch westliche Toiletten, aber ich habe dann doch lieber die Indischen vorgezogen, weil die einen weniger ekligen Eindruck machten. Wie eigentlich immer in Indien, kann es nicht schaden immer eine Rolle Klopapier dabei zu haben.

Indische_ZugtoiletteAC_First_class

 

Mögliche Gefahren


Generell sind die Zugfahrten sehr sicher, auch für Frauen. Die Inder sind meist sehr hilfsbereit und freundlich. Trotz alledem solltet ihr ein paar Punkte im Hinterkopf behalten:

- Behaltet euer Gepäck im Auge, vor allem wenn ihr es nicht angeschlossen habt. Ganz wichtig ist euer Daypack mit den wichtigen Sachen. Ich habe schon von einigen Travelern gehört, dass ihnen Taschen, natürlich meistens die kleinen mit den wichtigsten Sachen, geklaut wurden.Ich kann euch empfehlen so eine Bauchtasche oder Holster zu kaufen. Da hab ich während meiner Reisen von einem Ort zum anderen immer meinen Reisepass und wichtigste Kreditkarte drin. Es kann auch nicht schaden einen Zettel mit Notfallnummern da rein zu tun. Diese beiden Taschen sieht man kaum unter den Klamotten und ihr spürt sie mit der Zeit auch gar nicht mehr. Ich habe die Bauchtasche und das Holster in Indien getestet und fand die Holster Variante am bequemsten. 

- Vorsicht bei Essen und Getränken von fremden Leuten. Ich wurde von einigen Indern darauf hingewiesen hier sehr vorsichtig zu sein, besonders im Norden. Es soll einige Fälle geben, wo besonders Alleinreisende mit Essen oder Getränken betäubt und dann ausgeraubt wurden. Auch hier reicht es, wie überall in Indien, wenn ihr auf euer Bauchgefühl hört. Falls da eine ganze Familie sitzt und dir was anbietet, muss man sich ja nicht unbedingt sorgen machen. Ich habe von niemand direkt erfahren, dass es jemanden passiert ist, aber es kann nicht schaden dies im Hinterkopf zu haben.

Wie gesagt, eigentlich sind die Zugfahrten ungefährlich, aber wie überall solltet ihr nicht zu vertrauensvoll sein. Es gibt überall schwarze Schafe.

 

4. Alternativen zum Zugfahren

 

Bus
Auch wenn Indien mit das beste Zugnetz in Asien hat, kann man nicht überall mit dem Zug hinfahren oder die Züge sind einfach ausgebucht. Die beste Alternative sind dann die Sleeper Busse. Demnächst werde ich auch einen extra Artikel für das Busfahren in Indien schreiben, wollte es aber hier auch mit erwähnen. Wenn ihr schon vorher Fragen zum Busfahren in Indien habt, könnt ihr mich gerne anschreiben.

 

Taxi
Das Taxi ist nicht nur für den Nahverkehr, sondern auch für Fernstrecken eine gute Option. Für Fernstrecken bucht ihr das Taxi am besten übers Hotel oder einer Travel Agency.

Der Vorteil ist, dass ihr auch vorab absprechen könnt, ob ihr auf dem Weg noch Zwischenstopps einlegen wollt, wenn zum Beispiel auf dem Weg noch eine Sehenswürdigkeit liegt. Dazu kommt das es sehr stressfrei ist und bei kurzen Indienreisen könnt ihr so auch ein bisschen Zeit sparen.

Das Taxi fahren ist auch nicht teuer für unsere Verhältnisse. Ich musste einmal auf das Taxi zugreifen, da mein Zug ausgefallen ist und ich keine anderen Optionen hatte dort wegzukommen. Ich habe für ca. 250 km 5000 Rupien ausgegeben plus ein Essen für meine Fahrer. Wir waren 6 Stunden unterwegs.

Es macht also Sinn sich im Vorfeld zu informieren, ob nicht auch vielleicht mal eine Taxifahrt sinnvoll ist, wenn es ins Budget passt.

Wie sind eure Erfahrungen mit dem Zugfahren in Indien? Habt ihr noch weitere Tipps oder konnte ich euch mit diesem Artikel helfen? Ich freu mich über Kommentare!

 

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